Geschichte
der Asciburgia Oberschützen ![]()
Asciburgias Gründung
fällt in eine bewegte Zeit. Am 2. Oktober 1922 stand das junge Burgenland
ebenso wie die Republik Österreich und seine Bevölkerung vor vielen
Problemen. Damals gründete der Student Ulrich Sattler aus Illmitz gemeinsam
mit dem Wiener Jaro Sterbik-Lamina die Asciburgia als erste Studentenverbindung
des Burgenlandes. Es war ihr aber vorerst nicht vergönnt, an ihrem Bestimmungsort
Oberschützen Fuß zu fassen, was einerseits an der spezifischen
Situation an den evangelischen Schulanstalten und andererseits am Fehlen von
Menschen, die vor Ort die Verbindung unterstützten lag. Erst als der
Priester Dr. Ignaz Glas, der bereits 1923 der Asciburgia beigetreten war,
als Religionsprofessor nach Oberschützen kam, sollte die Verbindung zu
leben beginnen. Im Herbst 1927 sammelte Dr. Glas katholische Schüler
um sich und machte sie mit den Ideen der Asciburgia vertraut. Da die Lehranstalten
- im Gegensatz zum übrigen Österreich - Verbindungen verboten hatten,
bildete sich im Geheimen eine verschworene Gemeinschaft, die sich auf Katholizismus,
Treue zu Österreich und eifrigem Studium gründete. In dieser Zeit
allgemeiner politischer Auseinandersetzung und aggressiver Agitation kam es
über kurz oder lang zu Konflikten zwischen den Schülern, die zu
einem Teil in der katholischen Verbindung und zum anderen in den deutschnationalen
Burschenschaften Grenzwacht und Hermania organisiert waren. Unterstützt
von Professoren und Außenstehenden wurde das Klima immer mehr aufgeschaukelt
und eskalierte schließlich in Auseinandersetzungen im Winter 1930, die
zum Verbot der Korporationen durch die Landesregierung führten.
Nunmehr setzte sich Altbundeskanzler Prälat Dr. Ignaz Seipel für
die Asciburgia als katholische Verbindung in einem protestantischen Schulort
ein. Am 15. Mai 1930 nahm er anläßlich eines Besuches in Oberschützen
Asciburgias Band an und nutzte die Gelegenheit, um Schüler und Professoren
zu gegenseitiger Toleranz aufzurufen. Jetzt setzte ein großes Aufschwung
der Verbindungen ein, und bald folgte die Aufhebung des Verbotes. Asciburgia
entfaltete ein reiches Verbindungsleben und prägte durch ihre Prinzipien
viele Schüler für ihren späteren Lebensweg. Bald schon sollte
sich die Lage ändern. Während in Oberschützen die Tätigkeit
illegaler Nationalsozialisten zunahm, wurde anderorts der Ständestaat
proklamiert, zu dem die Asciburgen wie viele andere katholische Vereine und
Organisationen in Treue standen. 1933 war Asciburgia aber auch maßgeblich
an der Gründung des Mittelschülerkartellverbandes beteiligt, dessen
erster Vorsitzender Jaro Sterbik-Lamina wurde. Schmähaktionen und Schikanen
sollten die jungen Studenten durch die nächsten Jahre begleiten, die
in der Erstürmung des Verbindungsheimes am 12. März und der Verhaftung
eines Großteils der Asciburgen in den Tagen des Anschlusses gipfelten.
Viele waren nun laufenden Verfolgungen und Unterdrückungen ausgesetzt.
Sie scheuten sich aber nicht, immer wieder durch Widerstand und Unterstützung
jener, die noch mehr erdulden mußten, ihren Prinzipien treu zu bleiben.
Die Reaktivierung der Asciburgia sollte erst 1954 gelingen und ist vor allem
auf das unermüdliche Engagement des Oberwarter Lehrers Wilhelm Kelemen
zurückzuführen, der allen Schikanen der Besatzungszeit trotzte und
in unermüdlicher Arbeit die Verbindung wieder zum Leben erweckte. Die
Reaktivierungsfeierlichkeiten am 15. Mai 1955, dem Tag der Staatsvertragsunterzeichnung,
wurden zu einem der glanzvollsten Feste des Mittelschülerkartellverbandes
in den 1950er Jahren. Asciburgia erlebte eine neue Hochblüte und konnte
Dutzende Schüler für sich begeistern und ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung
und außerschulische Bildung bieten. 1958 konnte mit Tauriscia Oberschützen
auch die erste evangelische Mittelschulverbindung Österreichs gegründet
werden. In den nächsten Jahren entwickelte sich Asciburgia zu einer treibenden
Kraft im burgenländischen Landesverband des MKV und war an vielen Verbindungsgründungen
im Burgenland maßgeblich beteiligt. Dennoch gab es immer wieder Einbrüche
und Rückschläge. Das Engagement der Alten Herren gewährleistete
aber ein Weiterkommen. In den 1970er Jahren gewann das gesellschaftspolitische
Engagement in Schul- und Jugendpolitik stark an Bedeutung und junge Asciburgen
waren bundesweit in Spitzenfunktionen präsent. Die 1980er Jahre stellten
für viele Jugendorganisationen eine schwierige Zeit dar. Die vielen Veränderungen
in der Jugendkultur und im Freizeitverhalten erforderten endlich eine Neuorientierung
der Jugendverbände, ein Umdenken. Die Zeit der Verbindungen ist aber
lange noch nicht zu Ende. In den letzten Jahren konnte Asciburgia beachtliche
Erfolge aufweisen, die Beispiel für außerschulisches Engagement
junger Menschen geben. Bezeichnend sind etwa caritative Veranstaltungen, gesellschaftspolitisches
Engagement im Zeichen christlicher Verantwortung, Schülervertretung und
Schulpolitik, aber auch die besondere Gemeinschaft innerhalb der Verbindung,
die sich auch in der engen Zusammenarbeit von Asciburgia und Tauriscia ausdrückt.
Geschichte
des Mittelschülerkartellverbandes (MKV) ![]()
Vorwort
Menschen haben es so an sich, dass sie sich zu Gruppen zusammentun, wenn sie
Gemeinsamkeiten entdecken. Und wenn es mehrere solcher Gruppen gibt, liegt
es nahe, dass sie sich ihrerseits wieder zu größeren Organisationen
zusammenschließen, um ihre Zusammengehörigkeit zu zeigen und zu
vertiefen und um ihre Interessen besser durchsetzen zu können.
Das haben
sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch einige unserer Verbindungen gedacht
und – anfangs mit wenig Glück – Formen der überregionalen
Zusammenarbeit gesucht. 1933 wurde schließlich der MKV ins Leben gerufen.
Mit ihm war es endlich gelungen, eine Institution zu schaffen, die die nötige
„Power“ hatte, um sich nicht nur für kurze Zeit, sondern
bis heute erfolgreich zu behaupten.
Lang, lang ist's her ...
Der Mittelschülerkartellverband der katholischen farbentragenden Studentenkorporationen
Österreichs (MKV) wurde am 9. September 1933 anlässlich des Katholikentages
in Wien gegründet. Weit älter als dieser Zusammenschluss sind aber
viele seiner Verbindungen deren erste in der zweiten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts gegründet wurden.
Die erste, von der wir Kenntnis haben entstand schon 1859 in Linz. Sie wie
auch mehrere andere hatte sie als Folge mannigfacher Verbote und Verfolgungen
noch keinen dauernden Bestand. Erst Teutonia Innsbruck ,
gegr. 1876 und heute die älteste Verbindung des MKV, konnte sich allen
Stürmen der Zeit zum Trotz behaupten. Ziel dieser Bünde war es,
an den von liberalen und oft auch deutsch-nationalen Professoren beherrschten
Mittelschulen katholisches Gedankengut zu vertreten.
Erst 1919 wurde den Mittelschülern die Koalitionsfreiheit gewährt,
d. h. erst ab diesem Zeitpunkt konnten sie sich auch vereinsrechtlich konstituieren.
Teutonia hatte also beispielsweise von ihrer Gründung an 43 Jahre illegal
gewirkt.
Die noch sehr kleinen Verbindungen, die zudem kaum über den Rückhalt
einer organisierten Altherrenschaft verfügten, haben dennoch wertvolle
Erziehungs- und Bildungsarbeit geleistet, und noch vor dem 1. Weltkrieg wurde
einer der ihren Minister.
Nach 1900 entstanden innerhalb weniger Jahre in allen heutigen Bundesländern
(außer dem Burgenland) katholische Mittelschulverbindungen, von denen
sich die meisten dem bereits 1900 gegründeten und natürlich ebenfalls
illegalen "Mittelschüler-Cartell-Verband" (MCV)
anschlossen. Noch knapp vor dem 1. Weltkrieg ging dieser Verband mangels einer
schlagkräftigen Organisation ein, aber schon 1919 entstand als Nachfolger
der "Verband katholisch - deutscher Pennalverbindungen Österreichs"
(VPV), dem im Laufe der Zeit 68 Verbindungen angehörten und der 1921
bereits die "Burschenwacht" als Verbandszeitschrift herausbringen
konnte. Gegen 1930 zerfiel er aber aufgrund interner Probleme.
Parallel dazu entstand ebenfalls 1919 der "Christlich-Deutsche
Studentenbund" (CDSB) als mächtige Standesvertretung der
Mittelschüler, dem auch Mädchen angehörten und der sich erfolgreich
auf kulturellem, sozialen und schulpolitischem Gebiet (z. B. im Kampf gegen
die von Glöckel geplante Abschaffung des Religionsunterrichts in den
Schulen) engagierte. Aufgrund äußerer Einwirkungen und Einflüsse
verlor er aber rasch an Bedeutung.
Vom
Zusammenschluss bis zur Verfolgung
Der Wunsch nach einem starken und schlagkräftigen Zusammenschluss blieb
aber bestehen und führte schließlich 1933 zur Gründung des
"Mittelschüler-Kartell-Verband der katholischen farbtragenden
Studentenkorporationen Österreichs (MKV)" , dem 1938 bereits
78 Verbindungen angehörten. Schon am 18. 10. 1933, also gerade fünf
Wochen nach seiner Gründung, hatte er bereits für alle Verbandsmitglieder
das Verbot der Zugehörigkeit zur NSDAP ausgesprochen. Zahlreiche Verbindungen
engagierten sich mehr und mehr für pro-österreichische Aktivitäten,
auch wenn darunter das eigentliche Verbindungsleben immer mehr zu kurz kam.
Als die Einrichtung einer allumfassenden Staatsjugend im Sinne des Ständestaates
verlangt wurde, lehnte der MKV aber dennoch einen Beitritt ab und schloss
sich der unter kirchlicher Führung stehenden "Reichsarbeitsgemeinschaft
katholischer Jugendverbände Österreichs" an.
Der rasche Aufstieg des MKV fand in der Nacht vom 11. auf den 12. März
1938 ein jähes Ende, als die Nazis die Buden (Verbindungsheime) stürmten
und alles zerstörten oder beschlagnahmten. Sämtliche Verbindungen
wurden aufgelöst und Hunderte ihrer Mitglieder gemaßregelt, verhaftet
oder in Konzentrationslager gebracht. Viele fanden den Tod in diesen Lagern
oder wurden hingerichtet. Viele gingen in den Untergrund, gründeten Widerstandsgruppen
oder beteiligten sich aktiv am Widerstand.
Mutig in die neuen Zeiten - der Wiederaufbau!
Der Aufbau der 2. Republik wurde dann entscheidend von Mitgliedern des MKV
geprägt, wie zum Beispiel Leopold Figl oder Julius
Raab. Der MKV selbst wurde bereits am 8. September 1945 reaktiviert
und nach und nach erstanden auch fast alle Verbindungen wieder. Seit 1949
erscheint wieder die Verbandszeitschrift (die dann 1968 ihren Namen in "Couleur"
änderte) und 1954 folgte als Ausdruck der nach innen und außen
gefestigten Existenz der Beitritt zur "Arbeitsgemeinschaft katholischer
Verbände" (AKV) und die Aufnahme in den Österreichischen
Bundesjugendring. Mitgliedschaften in weiteren Verbänden und
Abkommen mit befreundeten Organisationen folgten. Entsprechend der Errichtung
zahlreicher neuer höherer Schulen suchte der MKV in den folgenden Jahren
in solchen Orten neue Verbindungen zu gründen.
Schulpolitik und
Europa
Das interne Schulungswesen in den Verbindungen und Landesverbänden wurde
kontinuierlich aufgebaut und seit 1964 gibt es alljährlich, darauf abgestimmt,
die bundesweite Kartellführungsschule. Als Folge der
Ereignisse von 1968 begann der MKV sich systematisch in der Schulpolitik zu
engagieren und kann heute auf große Erfolge verweisen. So gehen vor
allem die großen Reformen der Schülervertretung und der Lehrplangestaltung
in Österreich in vielen Dingen auf den MKV zurück. 1972 folgte die
maßgeblich vom MKV mitgetragene Gründung der "Union
Höherer Schüler" (UHS; heute: "Schülerunion"),
um auf noch breiterer Basis ein Gegengewicht zu links-ausgerichteten Gruppierungen
zu schaffen. Laufend wurden und werden interessierte Mitglieder ermuntert
und unterstützt, sich als Klassen- und Schulsprecher zu betätigen,
und wiederholt haben MKVer auch als Landes- und Bundesschulsprecher gewirkt.
1975 kam es nach längeren Vorarbeiten wieder mit maßgeblicher Mithilfe
des MKV zur Gründung des "Europäischen Kartellverbandes christlicher
Studentenverbände" (EKV), dem heute 16 Verbände und zahlreiche
einzelne Verbindungen und Vereine in mehr als 12 europäischen Ländern
angehören. Mit dem EKV wurde ein gemeinsamer Verband christlicher Studentinnen
und Studenten aus ganz Europa - von Belgien bis in die Ukraine - geschaffen,
der sich als NGO stark bei Europarat und europäischem Parlament engagiert.
Die
Zukunft mitgestalten!
In den 1980er Jahren widmete sich der MKV einer ausgiebigen Grundsatzdiskussion,
die das neue Grundsatzprogramm hervorbrachte. In den letzten Jahren konnte
der MKV wieder einen starken Aufschwung verzeichnen. Man war bemüht das
Bildungs- und Seminarangebot seitens des Verbandes auszubauen, hat sich wieder
verstärkt dem schulpolitischen Engagement zugewandt (der MKV ist auch
Herausgeber des meistverbreiteten und erfolgreichsten Schülerkalenders
Österreichs!), hat sich in der jugend- und bildungspolitischen Diskussion
wieder verstärkt zu Wort gemeldet, und ist vor allem sehr bemüht,
sich mehr und mehr im Rahmen des Prinzips religio zu betätigen und aktives
christliches Engagement in unserer Zeit zu leisten! - Getreu dem Motto: "Die
Zukunft mitgestalten!"
Studentengeschichte
vom 13. Jahrhundert bis Heute ![]()
Das ist eine längere
Geschichte ...
Das Couleurstudententum ist nicht erst eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts.
Es kann auf eine wesentlich längere Geschichte zurückblicken als
unser immerhin schon seit fast 70 Jahren bestehender MKV und ist auch älter
als unsere Verbindungen.
Tatsächlich reichen die Wurzeln mehrere Jahrhunderte zurück: Erste studentische Zusammenschlüsse sind bereits aus dem 13. Jahrhunderts bekannt! „Wer seine Geschichte kennt, weiß, wo er steht“ – und versteht viele Traditionen und Bräuche besser, die für den MKVer selbstverständlich, aber für den Unbedarften auf den ersten Blick eigenwillig oder antiquiert wirken.
Nimm dir doch die Zeit,
und schau dir an, wie sich das Studentenleben im Laufe der Zeit entwickelt
hat!
1. Vorwort
Um unsere heutigen Gebräuche und Sitten, kurz den Comment zu verstehen,
aber auch um das ganze historische Umfeld der Studenten näher kennenzulernen,
ist es wichtig, sich auch einmal mit der Geschichte und der Entwicklung des
Studenten und der Studentenverbindungen auseinanderzusetzen.
Universitäten als solche sind und waren Stätten, an denen Wissende
und Wissensdurstige aus allen Ländern zusammenkamen, um das Wissen gegenseitig
auszutauschen und zu vergrößern. Zur Zeit der Entstehung der ersten
Universitäten war die Wissenschaft noch sehr stark mit dem Glauben verbunden.
Die ältesten Universitäten entstanden in Bologna (1080) und Paris.
Die ersten Universitäten waren also freiwillige Zusammenschlüsse
von Lehrern und Studenten. Da es auch sehr wenige Unis gab, mussten die Studenten
oft lange Reisen auf sich nehmen, die sehr gefährlich waren.
Zum Schutz der Studenten erließ 1158 Kaiser Friedrich I. Barbarossa
die "Authentica habita".
Die mittelalterlichen Universitäten hatten 4 Fakultäten:
1. Artistenfakultät
2. Theologie
3. Medizin
4. Jurisprudenz
Am Beginn jeder akademischen Laufbahn stand das Studium der 7 freien Künste
(artes liberales) an der Artistenfakultät, die mit dem "magister
artium" abgeschlossen wurde. Darauf konnte man eines der 3 anderen Studien
beginnen. Der Student begann sein Studium mit 15 - 17 Jahren und konnte frühestens
mit 21 (Bologna) die Universität mit dem Doctor abschließen.
Die Macht der Studenten war in den Anfängen relativ groß. Fühlten
sie sich ungerecht behandelt, zogen sie oft von der Universität weg und
kamen nie wieder. (So zogen 1222 die Studenten aus Bologna aus, und in der
Folge gründeten sie in Padua eine neue Universität.) Die erste deutschsprachige
Universität entstand in Prag (1348). Die Universität von Wien (1365)
ist heute die älteste deutschsprachige Universität. Sie wurde von
Rudolf IV. gegründet. Zu dieser Zeit setzte die Gründung von Universitäten
durch den Staat ein. 1510 studierten im ganzen hl. röm. Reich 6000 Studenten
(Durchschnitt 300/Uni). An den Universitäten herrschte eine eigene Gerichtsbarkeit,
der nicht nur Studenten sondern auch Leute, die für die Universität
von Bedeutung waren, unterstanden.
2. Erste studentische
Zusammenschlüss
Bursen
In einer Burse lebten ca. 20 Studenten in klösterlicher Einfachheit zusammen.
In den meisten Städten herrschte Bursenzwang. Jeder Student hatte einen
gewissen Beitrag zu entrichten, von dem dann das Essen bezahlt wurde. (Burse
= Geldbeutel = ein Haus, das von einer aus einem gemeinsamen Beutel lebenden
Gesellschaft bewohnt wird; vgl. Börse.)
Der Bewohner einer Burse hieß bursarius od. bursant -> "Bursch".
In den Bursen wurde aber nicht nur gewohnt sondern auch unterrichtet. Eine
Burse wurde von einem Magister geleitet. An studentischen Brauchtum entsteht
die Deposition (= Aufnahmezeremonie, die Deposition wird später zu einem
offiziellen Universitätsakt)
Die Bursen entstanden um 1250. Ihr Ende kommt mit der Reformation um 1520.
Die Studenten schlossen sich auch nach ihrer nationalen Herkunft zusammen
es entstanden die Nationes.
Nationes
In ihnen organisierten sich die Studenten nach ihren Herkunftsländern.
Die Gliederung in Nationen herrschte im romanischen Sprachraum vor. Im deutschen
Sprachraum hatten nur Prag, Wien und Leipzig eine solche Einteilung.
Jeder Student musste einer Nation beitreten, um studieren zu können.
Die Nationen hatten aktives und passives Wahlrecht zur Rektorwahl. Sie gaben
den Mitstudierenden Schutz und Geleit (und Begräbnis)
Die Nationen bestanden ca. ab dem 14. Jahrhundert. Sie bestehen teilweise
auch länger, verkommen aber zu karitativen Unterstützungsvereinen
(in Wien z.B. bis 1830).
Mit der Reformation werden die Zeiten unsicherer. Bauernkriege u. Glaubenskonflikte
erschüttern die Universitäten. In dieser Zeit war auch das Waffentragen
notwendig, um sich auf langen Reisen zur Wehr setzen zu können. Mit dem
Aufkommen der Schusswaffen ist der Degen vorwiegend im Adel und bei Studenten
in Verwendung.
In dieser Zeit nimmt auch die Zahl der Vaganten (fahrende Studenten u. Schüler)
zu, die sich als Betrüger und Diebe über Wasser halten.
Das Unterrichtswesen sollte reformiert werden, die Jesuiten stellten aber
den Einfluss der katholischen Kirche wieder her. Durch die evangelische Kirche
bzw. durch die evangelischen Landesfürsten wurden viele protestantische
Universitäten gegründet (Marburg, Königsberg, Jena (1558)).
Im Laufe der Gegenreformation folgten katholische Gründungen (Würzburg,
Olmütz, Graz (1582))
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Deposition zum offiziellen Aufnahmeakt
an den deutschen Universitäten. Die neue Korporationsform dieser Zeit
waren die Landsmannschaften.
Landesmannschaften
Die Landsmannschaften waren Träger des Pennalismus. Jeder Student hatte
in der Verbindung ein Probejahr (=Pennaljahr) zu absolvieren (vgl. Fuchsenzeit).
Während dieser Zeit wurde er von den älteren Mitgliedern aufs ärgste
drangsaliert (dies führte sogar manchmal bis zum Selbstmord des Fuchsen).
Der Ausdruck Fuchs od. Fux entstand in dieser Zeit.
Herkunft:
lat. faex = Bodensatz einer Flüssigkeit
lat. fucus = Drohne = leistet keine Arbeit, faul
Einteilung der Fuchsenzeit:
Krassfuchs (lat. crassus = derb, ungehobelt)
Brandfuchs (= geläuterter Fuchs)
Organisiert traten die Landsmannschaften ab 1615 in Erscheinung. Es gibt schon
Chargen (Senior, Consenior, ...) und es wurde erstmals ein Comment ausgearbeitet.
Grundsätze waren:
• Freundschaftsprinzip
• Beleidigungen im Guten beilegen
• Demokratie
Der Hauptzweck war der Schutz der gemeinschaftlichen Interessen auf fremden
Hochschulen.
Bald kam es aber zum sittlichen Verfall (Trunksucht, Duellwut). So führt
dieses Benehmen 1793 am Regensburger Reichstag zur Auflösung und zum
Verbot aller geheimen Studentenverbindungen. Parallel zu den Landsmannschaften
entwickelten sich die studentischen Orden.
Studentische Orden
Die studentischen Orden verstanden sich zunächst als Gegensatz zu den
Landsmannschaften. Im Gedankengut waren sie mit der Freimaurerei verwandt.
Erstmals entwickelte sich das Prinzip der Lebensfreundschaft. Die Orden strebten
die Herrschaft über die Landsmannschaften an. Oft waren Orden ein kleiner,
straff organisierter, elitärer Kreis innerhalb einer Landsmannschaft,
der die Landsmannschaft nur als Keilboden ansah.
Die Ideale der Orden waren die der französischen Revolution, jedoch legte
man bald zu viel Wert auf Äußerlichkeiten. Überspitzte Ehrauffassung
führte zur zügellosen Duellierung, so gab es in Jena in einem Jahr
400 Duelle.
Bald wurden die ersten Orden verboten; ihre letzten Spuren finden sich um
1819. Die Orden führten die Zirkel ein (um 1785). Vorerst noch ohne feste
Form, ab 1820 mit Rufzeichen geschrieben. Ab 1850 in fester Form.
Als Opposition zu den Landsmannschaften und Orden entwickelten sich sogenannte
Kränzchen.
Kränzchen
Sie bekämpften das Duell und verschmolzen die Grundsätze der Landsmannschaften
und Orden. Sie bildeten die Brücke zur modernen Korporation. Aus diesen
Kränzchen entwickelten sich die Corps.
Corps
Die Corps hatten ursprünglich noch stark landsmannschaftliche Züge.
Da der Name "Landsmannschaft" bei den Behörden nicht gerne
gehört wurde, nannten sich diese Verbindungen ab 1810 "Corps".
Die Corps stellten einen festen Bund dar. Die Entscheidung um Neuaufnahme
von Mitgliedern musste mit großer Mehrheit gefällt werden. Der
Aufgenommene hatte den Eid auf die gekreuzten Klingen bzw. auf einen Gegenstand
zu leisten. (dies wurde von den Orden übernommen). Sie beharrten auf
der unbedingten Satisfaktion und dem Duellzwang, bemühen sich aber um
Neuformulierung.
Die Corps unterteilten sich in Lebenscorps (lebenslanges Mitglied in einem
Corps), und Waffencorps (Eintritt in anderes Corps möglich).
Die Corps führten Band und Mütze ein. Das Band, das alle Brüder
verband, war freimaurerischen Ursprungs. Seit jener Zeit kam es meistens als
Dreifarb (Trikolore -> frz. Revolution) vor. Auch der Zirkel wurde von
den Corps miteingeführt. Weiters wurden auch die studentischen Wappen
entwickelt.
3. Die Urburschenschaft
Die Urburschenschaft
Um 1800 führte Napoleon Bonaparte Krieg gegen fast ganz Europa. Auch
Deutschland (und Österreich) wurden vernichtend geschlagen. Da die Politiker
versagten, rüttelten Dichter das Volk zum Widerstand auf: Johann Gottlieb
Fichte ("Reden an die deutsche Nation", 1808), Theodor Körner,
Heinrich Kleist und Friedrich Ludwig Jahn. Sie finden großes Echo bei
der akademischen Jugend. Es kommt zur Gründung eines "Tugendbundes",
der bald verboten wird. Darauf wird ein "Deutscher Bund" gegründet
in dem Jahn einen Statutenentwurf für die Burschenschaft verfasst:
• Burschenfreiheit (Bildung zum deutschen Mann, Hochschulbesuch)
• Ehre über Leben
• Vaterland und Volk über alles.
Am 17. März 1813 tritt Ludwig Jahn tritt dem Lützow'schen Freicorps
bei. Bald darauf erfolgt die Erhebung gegen Napoleon. Viele Studenten schließen
sich dem Freicorps an (Theodor Körner fällt).
Die Heimkehrer aus dem Krieg sind vom nationalen Gedanken begeistert und unterstützen
die Bildung von Burschenschaften. 1814 erfolgt die Gründung der Teutonia
Halle mit dem Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland".
Am 12. Juni 1815 folgte Gründung der Urburschenschaft im Gasthof "Zur
Tanne" in Jena. Als Farben wurde "Schwarz-Rot-Gold" gewählt.
Diese waren die Farben der Uniformen des Lützow'schen Freicorps (schwarzer
Rock, roter Kragen und goldene Knöpfe).
Am 17. Oktober 1817 fand auf der Wartburg das "Wartburgfest" statt.
Dabei werden 300 Jahre Reformation und 3 Jahre Sieg über Napoleon gefeiert.
Gleichzeitig wurden die politischen Ziele der Burschenschaft formuliert:
Politische Ziele
der Burschenschaft
• religiöse, politische und wirtschaftliche Einigung Deutschlands
• Ausbau der Wehrkraft
• konstitutionelle Monarchie mit landständischer Verfassung
• Ministerverantwortlichkeit
• Gleichheit vor dem Gesetz
• Öffentlichkeit der Rechtspflege
• Einführung von Schwurgerichten
• einheitliches Recht
• Abschaffung der Geheimpolizei
• Schutz von Freiheit u. Eigentum
• Abschaffung v. Leibeigenschaft u. Geburtsvorrechten
• Rede- u. Pressefreiheit.
Politische Ausrichtung der Burschenschaft
national: Überwindung der Kleinstaaterei
religiös: Bekenntnis zum Christentum (Protestantismus)
sittlich: Einschränkung des Duells
sozial: Gleichwertigkeit der Studenten
demokratisch: Wahlen der Funktionen. Abstimmung über wesentliche Fragen
Die Urburschenschaft (Fortsetzung)
Im Jahre 1819 polemisiert der Dichter und Staatsrat in russischen Diensten
August v. Kotzebue gegen die Burschenschaft und das deutschen Universitätswesen.
Daraufhin wurde er am 23. März 1819 von Karl Ludwig Sand erdolcht. Sand
war Mitglied einer akademischen Verbindung, jedoch nicht Burschenschafter.
Doch das Attentat gab Staatskanzler Metternich den Anlaß zu den Karlsbader
Beschlüssen (20. September 1819), die das Verbot aller akademischen Verbindungen
mit sich brachten.
Am 26. November 1819 wurde die Urburschenschaft aufgelöst. Es folgte
polizeistaatliche Überwachung der Studenten und strenge Zensur.
Burschenschaftliche Verbindungen bestanden nun im Untergrund weiter. 1827
spaltete sich die Burschenschaft in eine "germanische" und eine
"arminische" Linie. (Diese Namen stammen von den Berliner Burschenschaften
Germania und Arminia, deren jeweiligen Kurs sich dann andere Burschenschaften
anschließen.)
Im Jahre 1848 kam es in fast allen europäischen Staaten zu Revolutionen.
Die Studenten stiegen auch auf die Barrikaden, um ihre Ideen durchzusetzen.
Spätestens aber 1849 waren die Studenten gescheitert. In Österreich
etablierte sich unter Kaiser Franz-Josef I der Neoabsolutismus. Auch das Verbot
von Zusammenschlüssen zu Verbindungen blieb bis 1867 (Ausgleich mit Ungarn)
aufrecht.
Um die Zeit der Revolution entsteht auch eine neue Strömung, der Progress.
Es sollten Gemeinschaften ohne Rücksicht auf Korporationszugehörigkeit
gegründet werden, einige Progressivsten forderten sogar die Abschaffung
der Verbindungen. Mit dem Scheitern der Revolution, ging der Progress aber
bald zugrunde, die alten Korporationsformen reorganisierten sich wieder:
4. Couleurstudententum
nach 1848
Die Corps nach 1848
Die Corps bildeten nach 1848 sehr bald örtliche Seniorenconvente, aus
denen dann als Verband der Kösener Senioren-Convents-Verband hervorging.
Die Zahl der Duelle stieg nach 1848. 1859 wurde die Bestimmungsmensur (= Jedes
Mitglied muss eine Pflichtmensur als Mutprobe fechten) eingeführt. Manchmal
kam es sogar zu Mensuren ganzer Chargenconvente gegeneinander.
Die Corps verließen mehr und mehr ihre landsmannschaftlichen Grundsätze,
viel wichtiger wurde die soziale Herkunft. So entwickelten sich die Corps
zu exklusiven Clubs - die Mitgliederzahlen blieben so trotz steigender Studentenzahlen
gleich.
Die Corps wandten sich dem Feudalismus zu und verloren schließlich gänzlich
ihren Bezug zum Großteil der Studenten. Von Kaiser Wilhelm II. wurden
sie als Verbindungen bezeichnet, die "Kraft und Mut stählen".
In Österreich konnten sie sich kaum durchsetzen.
Die Burschenschaft
nach 1848
Die Burschenschaften hatten es nach 1848 wesentlich schwerer, sich wieder
zu sammeln. 35 Burschenschaften schlossen sich 1881 zum Allgemeinen Delegierten
Convent (ADC) zusammen. Die deutschen Burschenschaften waren weitaus gemäßigter
als die österreichischen. Dies erklärt sich daraus, dass die deutschen
Burschenschaften seit der Gründung des 2. Kaiserreiches durch Bismarck
und Wilhelm I. ihre Forderung nach einem deutschen Nationalstaat verwirklicht
sahen. In Österreich-Ungarn konnte von einem deutschen Nationalstaat
keine Rede sein, weshalb die österreichischen Burschenschaften viel radikaler
das deutschnationale Element hervortat. So wurden die Aufnahmegesuche von
österreichischen Burschenschaften in den ADC wegen ihres Radikalismus
zurückgewiesen.
Wie vorhin schon erwähnt, hatte sich die Burschenschaft 1827 in eine
germanische und eine arminische Linie gespalten. Die Arminische Linie war
weit radikaler ausgerichtet, und zur Erreichung ihrer Ziele waren ihr alle
Mittel recht.
Die Burschenschaften beteiligen sich immer mehr am Antisemitismus, der gegen
Ende des 19. Jahrhunderts aufkam.
Die neuen Landsmannschaften
Sie huldigten der Mensur, verwarfen aber die Bestimmungsmensur. Im Unterschied
zu den Corps verlangten sie ihren Mitgliedern nicht so viele Pflichten ab.
Konfessionelle
Verbindungen
Vor 1848 war die christliche Studentenschaft kaum in Erscheinung getreten.
Als erste christliche Verbindung entstand 1830 die heute noch bestehende Uttenruthia
in Uttenreuth. In ihr waren sowohl Protestanten als auch Katholiken Mitglieder.
Das Duell wurde verworfen und geächtet und das Keuschheitsprinzip eingeführt.
Da in Deutschland katholische Studenten gegenüber den protestantischen
benachteiligt waren, schlossen sie sich mit der Zeit zu katholischen Verbindungen
zusammen. Am 15. November 1844 kam es zur Gründung der Bavaria Bonn.
1851 ging in München aus einer Pennalie die Hochschulverbindung Aenania
München hervor. 1856 entstand in Breslau die Winfridia. Winfridia bot
Aenania ein Cartellverhältnis an, was diese am 6. Dezember 1856 annahm.
Dieses Datum gilt als Gründungstag des CV (Cartellverband der katholischen
deutschen Studentenverbindungen).
Diese Verbindungen hatten (und haben) die Prinzipien religio, patria, scientia
und amicitia.
Sie übernahmen den Comment, um im "Wettbewerb" mit den anderen
Verbindungen bestehen zu können. Das Schlägertragen wurde ihnen
aber von den schlagenden Verbindungen abgesprochen, da sie ja nicht damit
kämpften. So kam es ab den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zum sogenannten
Kulturkampf auf den Universitäten, in denen die katholischen Studenten
von den National-liberalen aufs ärgste bekämpft werden. Der "Holzcomment"
hielt sich in Österreich bis vor den 2. Weltkrieg. (Holzcomment ist die
Bezeichnung für die oft wüsten Schlägereien zwischen den beiden
verfeindeten Gruppen; dabei wurde der Bummler recht häufig zweckentfremdet.)
Die ältesten katholischen Hochschulverbindungen in Österreich sind:
• Helvetia Oenipontana Innsbruck (Schweizer Studentenverein) (1860)
• Austria Innsbruck (1864)
• Austria Wien (1876)
• Carolina Graz (1888)
Die nichtfarbtragenden Verbindungen trennten sich 1865 einvernehmlich vom
CV und schlossen sich zum KV (Kartellverband der kath. Studentenvereine).
Erste katholische Pennalien (Mittelschulverbindungen) waren in Österreich:
• Teutonia Innsbruck (1876)
• Sternkorona Hall i. Tirol (1888)
• Cimbria Innsbruck (1900)
Couleurstudententum
am Anfang unseres Jahrhunderts
Der CV entwickelte sich mit der Zeit zu einem starken, grenzübergreifenden
Dachverband und überstand auch den 1. Weltkrieg. 1933 übernahm Adolf
Hitler in Deutschland die Macht. Die studentischen Verbindungen mussten das
Führerprinzip annehmen, d. h. demokratischen Wahlen der Verbindungs-
u. Verbandsgremien wurden verboten. Nach und nach wurden sie verpflichtet,
nationalsozialistisches Gedankengut zu übernehmen, und schließlich
wurden sie aufgelöst.
Im Sommer 1933 verfügte der Führer des CV die Mitglieder der NSDAP-feindlichen
österreichischen Bundesregierung (Dollfuß, Schuschnigg, Vauguin)
aus dem CV auszuschließen. Diese beleidigende Aktion gab den österreichischen
Verbindungen den Anlas, sich endgültig vom gleichgeschalteten CV abzuschalten
und einen eigenständigen Verband zu gründen, den ÖCV. Der ÖCV
wurde 1938 beim Anschluss Österreichs an Deutschland wie alle anderen
Studentenverbände und -verbindungen verboten. Viele CVer wurden verfolgt,
viele betätigten sich im Widerstand. In Innsbruck wurde 1940 im geheimen
sogar eine neue CV-Verbindung gegründet, die Alpinia.
Der Widerstand gegen das 3. Reich kam aber nicht nur aus den Reihen der katholischen
Studenten. So wurde die erste österreichische Widerstandsgruppe, die
"Gruppe Burian" von einem monarchistischen Wiener Corps gleich nach
dem Einmarsch der Nazis in Österreich konstituiert. Auch das letztlich
gescheiterte Attentat von Offizieren auf Hitler am 20. 7. 1944 wurde teilweise
von Corpsstudenten ausgeführt.
Nach dem 2. Weltkrieg erstand der ÖCV wieder und blieb ein selbständiger
Verband.
Die national-freiheitlichen
Korporationen nach 1945
Die schlagenden Verbindungen hatten es viel schwerer, sich nach 1945 wieder
zu konsolidieren, sympathisierten doch viele Mitglieder mit dem Nationalsozialismus.
Viele Schlagende beteiligten sich auch an den Verbrechen des NS-Regimes. So
konnten sie erst Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wieder reaktiviert
werden und erlangten bei weitem nicht mehr jene Bedeutung, die sie in der
Zwischenkriegszeit bzw. vor dem 1. Weltkrieg gehabt haben.